Die Ravensburg bei Sulzfeld

Die Ravensburg ist der einstige Stammsitz der Freiherren Göler von Ravensburg und zählt zu den bedeutendsten noch erhaltenen Burgen im Kraichgau. Sie befindet sich nahe Sulzfeld im äußersten Nordosten des Landkreises Karlsruhe nahe Eppingen.

Die Anlage gliedert sich in die eigentliche, von einem mächtigen Graben umgebene, ortsseitig gelegene Kernburg mit Bergfried, Wehrtürmen und Wohngebäuden und die bergseitig gelegene, jüngere Vorburg mit Wirtschaftsgebäuden.

Die Burg ist zugänglich, der Bergfried kann tagsüber bestiegen werden und bietet einen einmaligen Ausblick über die weite Landschaft des Kraichgaus. In einem der beeindruckenden historischen Keller wurde im Sommer 2006 eine Traukapelle eingerichtet.

Sage und Legende berichten vom Ursprung der Ravensburg und des nach ihr benannten Geschlechts im Jahr 930. Damals soll ein „Rabanus“ in den Kraichgau gekommen und wegen seiner Verdienste von König Heinrich I zum Ritter geschlagen worden sein. Er habe bei Sulzfeld die Ravensburg erbaut und zu Ehren des Königs, des „Vogelstellers“, als Wappenbild einen Vogel und wegen seines Wohnortes im Kraichgau die Krähe, bzw. den Raben, erwählt.

Urkundlich erscheint die Ravensburg erstmalig im Jahr 1212, der zugehörige Flecken Sulzfeld dagegen schon im Jahr 1056. Ältester Teil der Burg ist heute der um 1220 errichtete, 30m hohe quadratische Bergfried mit seinen schönen Buckelquadern. Als sein Erbauer gilt der 1190 urkundlich erwähnte Ravan de Wimpina, staufischer Reichsministeriale, zu dessen ausgedehnten Besitzungen auch die „Rabans Aue“ (heute Rappenau) bei Wimpfen gehörte.

Von seinen Söhnen wurden die Ritter Raban und Dieter von Ravensburg, die zwischen 1213 und 1220 noch unter dem Namen „von Sulzfeld“ und ohne den Beinamen „Göler“ erschienen, die Stammväter der heute noch blühenden drei Geschlechter mit dem Raben im Wappenschild :

Raban wurde Stammvater der „Göler von Ravensburg“ und der „von Mentzingen“, Dieter der „ von Helmstatt“.

Die enge Bindung des Geschlechtes an das zugehörige, schon 1056 urkundlich genannte Dorf Sulzfeld, erlaubt den Schluss, dass der Ursprung der Familie und ihrer Burg früher anzusetzen ist, als es die heute bekannten ältesten Urkunden erkennen lassen. Erstmalig im Jahr 1247 erschien mit Berthold I. der Beiname „Göler“ bei den Herren von Ravensburg.

Bertholds Nachkommen übernahmen diesen, ursprünglich rein persönlichen Beinamen, als festen Bestandteil ihres Familiennamens „Göler von Ravensburg“, der sich in lückenloser Folge bis zum heutigen Tag erhalten hat.

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Weiterführende Links/Quellen

verlag regionalkultur

Wikipedia