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Die Wallfahrtskapelle befindet sich seit 1902 auf der Spitze des 247 m hohen Letzenberg am Ort Malsch (bei Wiesloch). Sie überragt den Ort um ca. 75 m und ist auf der Südseite des Berges als Wahrzeichen von Malsch weithin sichtbar.
Das Fundament besteht aus behauenen gelben Sandsteinen, welche von Odenheim mit Pferdefuhrwerken den Berg hochgefahren wurden. Die über dem achteckiger Grundriss aufgebrachten Mauersteine stammten aus den eigenen Malscher Steinbrüchen. Die Pieta über dem Altar wurde speziell für die Apsis angefertigt. Ein Mosaikbild der Schmerzhaften Mutter Gottes wurde in der Portalrundung von einem Innsbrucker Bildhauer geschaffen (1903). Die Buntglasfenster mit den Motiven aus dem Leben Jesu stammen von Stiftungen.
Videos vom Letzenberg und der Letzenbergkapelle finden Sie hier.
Die Geschichte der Letzenbergkapelle
Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Letzenberg als Wallfahrtsort im Jahr 1296. Um 1300 soll eine Kapelle auf dem Bergrücken, an einem urkundlich nachweisbaren Hofgut gelegen haben. Am Südhang des damals als „Bletzenberg“ genannten Berges, sollen sich während der Endphase des Bauernkrieges die bedrängten Bauern verschanzt haben. Eine Kapelle wird 1525 nicht erwähnt.
Auf der Wildbannkarte des Wolf Reuss (1548) ist auf dem kurpfälzisch- bischöflichen Hoheitsgebiet südlich von Wiesloch eine „Wendelinuskapelle“ im Bruch farbig eingezeichnet. Hundertsiebzig Jahre später wird um 1717 wieder eine Wendelinuskapelle erkundlich erwähnt. Sie ist Ziel der umliegenden Gemeinden bei Feldprozessionen.
1722 erlaubt der Bischof von Speyer Daminan Hugo Philipp von Schönborn eine Kollekte zur Erbauung einer Kapelle „Zu Ehren des Heiligen Kreuzes auf dem Letzenberg“. Das Bauvorhaben wurde jedoch nicht begonnen. Die Letzenberg-Wallfahrten beginnen 1846 in Fortsetzung der ehemals seit „undenklichen Zeiten“ zweimal im Jahr stattfindenden Wendelinusprozession.
Der erste Kreuzweg ab dem Ortsausgang bis zur Bergkuppe, entsteht 1883 aus vierzehn Bildstationen aus massiven Eisenpfosten. Am 3. Mai 1884 wird der Kreuzweg eingeweiht. Der Mainzer Bischof Haffner erteilt im Jahr 1888 den „Auftrag“ zum Bau einer Kapelle. Dank zahlreicher Stiftungen und Sammlungen der Pfarrgemeinde St. Juliana wuchs der gegründete Fonds für den Bau einer Kapelle auf dem Letzenberg auf 8000 Mark an.
Pfarrer Engelbert Kaiser erhält 1898 vom Bauamt des Erzbischöflichen Ordinariat Freiburg die Erlaubnis für den gesammelten Betrag zum Abschluss des Kreuzweges eine einfache Kapelle ohne Altar zu bauen. Der vorgegebene Bauplan fand bei der Pfarrgemeinde keine Zustimmung und wurde nicht ausgeführt. Ein neuer Bauplan wurde auf drängen des Pfarrers und des Stiftungsrates, abweichend von der alltäglichen Bauweise, in eine achteckige Kapelle (Oktogon) im neuromanischen Stil entworfen. Die Original-Baupläne wurden vom Erzbischöflichen Bauamt zur Deutschen Bauausstellung 1900 nach Dresden eingereicht. Mit einer Goldmedaille ausgezeichnet gingen sie jedoch verloren.
Im Jahr 1901 begann der Erdaushub, dabei stießen die Bauarbeiter auf Fundamente, die vermutlichen Reste der um 1300 urkundlich erwähnten Gutshöfe. Pfarrer Josef Isemann legt am 4. Mail 1902 den Grundstein, mit der Aufschrift: „Ich wurde gelegt am ersten Sonntag im Mai 1902“.
Am Sonntag, dem 16. Juli 1905 wurde die Turmglocke mit einem Gewicht von 429 Pfund geweiht. Sechzehn Jahre später erhält die Kapelle 1921 eine farbige Ausmalung. Am Karfreitagabend (30. März) 1945 liegt der Letzenberg zum ersten Mal unter amerikanischem Artilleriefeuer. Nochmals erfolge am Ostersonntag ein Granatangriff auf den Letzenberg, ohne dass die Kapelle getroffen wurde.
1975 bis 1990 erfolgte eine Generalrenovierung der Kapelle.
Wallfahrten zur Letzenbergkapelle
Jedes Jahr finden drei große Wallfahrten auf den Letzenberg bzw. die dortige Kapelle "Sieben Schmerzen Mariens" (Patrozinium: 15. September) statt. An diesen Wallfahrten nehmen hunderte Gläubige aus der näheren und weiteren Umgebung teil.
Termine
Frühjahrswallfahrt, 1. Sonntag im Mai Herbstwallfahrt, 3. Sonntag im September (Patrozinium) Pferdewallfahrt, letzter Sonntag im September Die Frühjahrs- und Herbstwallfahrten beginnen jeweils um 14:00 Uhr an der Pfarrkirche St. Juliana im Ortskern von Malsch und führen über den Stationenweg auf den Letzenberg. Dort wird in der Regel gegen 14:30 Uhr ein Festgottesdienst mit wechselnden Gastpredigern gehalten.
Die Pferdewallfahrt beginnt um 11:00 Uhr an der Katharinenkapelle in Malsch und führt durch den Ort und die Gemarkung auf den Letzenberg. An der Wallfahrt nehmen vor allem Reiter und Gespanne teil. In den letzten Jahren kamen aber auch Hunde und andere Kleintiere hinzu. Auf dem Kapellenvorplatz werden die Tiere und Halter im Rahmen eines Wortgottesdienstes gesegnet.
Wer die Kapelle auf dem Letzenberg besichtigen will, hat dazu die Gelegenheit
Samstags ab 12:00 Uhr
Sonntags ab 11:00 Uhr
Für weitere Fragen steht Ihnen das Pfarrbüro in Malsch sowie Pfarrer Manfred Tschacher gerne zur Verfügung.
Hier finden Sie die Letzenbergkapelle
Weiterführende Links/Quellen
Bücher & mehr rund um die Region
verlag regionalkultur
Wikipedia
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