Hohlwege im Kraichgau Drucken E-Mail
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youtube_Kraichgau_HohlwegeHohlwege sind ein faszinierender Bestandteil des Kraichgaus. Tief in den Löß eingeschnitten, sind sie ein typisches Landschaftselement des Kraichgaus wie die hügeligen Äcker, die Stufenraine, die Weinberge und Streuobstwiesen. Der Kraichgau zählt zu den Landschaften Deutschlands, mit den meisten Hohlwegen.
Die Biotopkartierung des Landes Baden-Württemberg weißt für den Kraichgau ca. 450 Hohlwege aus. Das sind rund 1/3 der Hohlwege Baden-Württembergs. 

Interessante Hohlwege im Kraichgau

So entstanden die Hohlwege

Die typischen Hohlwege des westlichen Kraichgau entstanden aus Feld- und Gemeindeverbindungswegen, auf denen einst die Bauern mit Ochsen- und Pferdekarren lang zogen. Dadurch lockerte sich der Lehmboden (Löß) und konnte sich durch Erosion, hauptsächlich durch die Einwirkung von Regenwasser, um teilweise mehrere Meter absenken.Ein häufig benutzter Lößweg konnte bereits nach wenigen Jahrzehnten mehrere Meter tief ausgewaschen sein.

Die Bedeutung für Flora und Fauna

Hohlwege sind Biotope ganz besonderer Art. An schattigen Stellen finden sich Farne, Moose und Flechten, an Sonnenstandorten wachsen Thymian, Habichtskraut und Beifuß. An Sträuchern finden sich Weißdorn und Holunder.

Aber auch für die Tierwelt sind Hohlweg ein idealles zu Hause. Dachse, Füchse und Igel fühlen sich hier ebenso wohl, wie Fledermäuse, Marder und natürlich Mäuse. Für Vögel, wie beispielsweise Meisen, Finken und Rotkehlchen dienen Hohlwege als Bruträume.

Kleinere Bewohner von Hohlwegen sind Bienen, Wespen und andere Insekten.

Um Hohlwege ranken sich Mythen und Legenden

"Durch diese hohle Gasse muß er kommen". Nicht nur bei Schillers "Wilhelm Tell" spielt ein Hohlweg eine dramatische Rolle. Auch um Kraichgauer Hohlwege ranken sich Geschichten und Legenden. In der Tiefelterhohle bei Zeutern soll im Polnischen Erbfolgekrieg 1773 ein französischer Trupp eingeschlossen und so blindwütig niedergemetzelt worden sein, daß das Blut der Soldaten in Strömen den Hohlweg hinunterfloss. In der Hohlgasse zwischen Wiesloch und Baiertal soll ein dreifüßiger Hase sein Unwesen treiben.

Weiterführende Links/Quellen

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Wikipedia

 
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