| Das Kloster Maulbronn |
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Nennt man die Namen der schönsten, größten und bedeutensten Klöster in Europa, so zählt Maulbronn ohne Frage mit dazu - 1993 wurde es von der Unseco zum Weltkulturerbe erklärt. Es ist die besterhaltenste mittelalterliche Klosteranlagen nördlich der Alpen. Die Geschichte des Klosters MaulbronnGegründet wurde das Zisterzienserkloster 1147 mit Unterstützung des Speyerer Bischofs Günther von Henneberg. Als "Sponsor" des Klosters hatte er auch das Privileg dort begraben zu werden. Der Grabstein befindet sich heute in der Pfarrkirche. Die Anlage entwickelte sich schnell zu einem wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Zentrum in der Gegend. Das Kloster stand ab 1156 unter kaiserlicher Schirmvogtei. Noch im Jahr 1232 wurde die kaiserliche Vogtei bestätigt. Der Konvent wählte dann jedoch den Bischof von Speyer zum Beschützer der Abtei. Dieser scheint die Vogtei dann als Untervogtei seinem Ministerialen Heinrich von Enzberg verliehen zu haben, der ab 1236 als Schirmer der Abtei urkundlich fassbar wird. Die folgenden Jahrzehnte waren geprägt von teilweise gewaltsamen Streitigkeiten mit den Herren von Enzberg, die versuchten, ihre Vogtei über das Kloster zum Ausbau der eigenen Position zu nutzen. Ab 1325 wurden die Pfalzgrafen bei Rhein mit der Schirmvogtei betraut. Im Jahr 1504 belagerte Herzog Ulrich von Württemberg im Laufe des bayerisch-pfälzischen Erbfolgekrieges das Kloster, das nach siebentägiger Belagerung an die Württemberger fiel. Damit neigte sich die vierhundertjährige Geschichte als Zisterzienserkloster ihrem Ende zu. Denn die sich der Reformation anschließenden württembergischen Herzöge Ulrich und später Christoph wandeln das Kloster 1556 in eine evangelische Klosterschule zur Pfarrerausbildung um , die als Evangelisches Seminar bis heute existiert. Die Liste berühmt gewordener Schüler, die in dem altsprachlich ausgerichteten Gymnasium ist lang. Der große Astronom Johannes Kepler gehörte ebenso zu den Maulbronner Zöglingen wie der Dichter Friedrich Hölderin. Hermann Hesse war, wenn auch nur für kurze Zeit, Schüler in Maulbronn. Die repressive Atmosphäre der Knabenschule hat er in seiner autobiographisch gefärbten Erzählung "Unterm Rad" eindrucksvoll beschrieben. Die AnlageDer KlosterhofDer Wirtschafts- und Verwaltungshof nimmt mehr als die Hälfte der Klosteranlage ein. Er ist von den warmtonigen Fassaden der frühen Steinbauten, aber auch von Fachwerkhäusern aus verschiedenen Jahrhunderten geprägt. So weitläufig wie heute war der Klosterhof früher keineswegs: Im 18. Jahrhundert riss man die mittelalterliche die innere Befestigungsmauer ab. Das "Paradies"Die Vorhalle der Klosterkirche, das Paradies, ist ein Meisterwerk der Frühgotik, entstanden um 1220. Da man den Namen des Architekten nicht kennt, gaben ihm die Bauforscher die Bezeichnung „Paradiesbaumeister“. Seine Werkstatt verwirklichte in Maulbronn einen der schönsten Räume der Frühgotik: weiträumig und mit noblen Proportionen. Hier beginnt die Auflösung der kompakten Wandpfeiler romanischer Zeit in einzelne Glieder – Einfluss der frühen Gotik Nordfrankreichs. Übrigens: Die Bezeichnung „Paradies“ für die Vorhalle ist 1288 zum ersten Mal urkundlich bezeugt. Die Portale der KlosterkircheEinmalig sind Haupt- und Nebenportale der Klosterkirche, die ältesten datierbaren Türen Deutschlands! Das Hauptportal aus Tannenholz gehört zur Originalausstattung der Kirche von 1178. Es hat kunstvoll gearbeitete schmiedeeiserne Zierbeschläge. Auf beiden Flügeln haben sich Reste der aufgeklebten Pergamentbespannung aus kompletten Tierhäuten erhalten, die ursprünglich rot bemalt waren. Auf dem einflügeligen Südportal sind Türbeschläge in stilisierter Vogelform, Ziernägel als Schmuck und als Fixierung der Bespannung erhalten geblieben. Die Tür des Nordportals mit alten schmiedeeisernen Bändern wurde ersetzt und mehrfach überarbeitet. Das Maulbronner KruzifixDie romanische Chorschranke trennt den Mönchschor von der Laienkirche. Ursprünglich befand sich das Kruzifix auf dieser Chorschranke, heute steht es zwischen der Chorschranke und dem Altar der Laienkirche. Das ChorgestühlDas reich geschnitzte gotische Chorgestühl, das in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts gefertigt worden ist, bot 92 Mönchen Platz. Die Seiten des Gestühls sind mit sehr lebendigen Reliefszenen aus der Bibel geschmückt: zum Beispiel eine Jungfrau mit Einhorn oder Moses am brennenden Dornbusch – also bitte genau hinschauen! Das BrunnenhausEs liegt am nördlichen Kreuzgang, dem Herrenrefektorium gegenüber. Das Brunnenhaus wurde von Bergquellen nördlich des Klosters mit Frischwasser versorgt und diente den Mönchen für die Reinigung, für rituelle Waschungen und für das Schneiden ihrer Tonsuren. Das HerrenrefektoriumDas zweischiffige Herrenrefektorium war um 1230 fertig gestellt. Hier nahmen die Mönche ihre Mahlzeiten ein; zugleich bekamen sie während der Mahlzeiten religiöse Schriften zu hören – der Vorleser stand auf einer erhöhten Lesekanzel an der Ostwand. An der Westwand ist die ehemalige Durchreiche zur Klosterküche zu sehen. ÖffnungszeitenMärz bis Oktober Hier finden Sie das Kloster Maulbronn
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