Der Amthof Oberderdingen

Der 150 x 200 Meter große Amthof gehört zu den besterhaltenen mittelalterlichen klösterlichen Wirtschaftshöfen. Er war auch die Grangie des Klosters Herrenalb für den Kraichgau. Schon im 10. Jahrhundert ist in den Weißenburger Quellen von einem Selhof-Herrenhof in der Derdingen die Rede. 1216 wird Herrenalb, das Zisterzienserkloster im Nordschwarzwald, als Besitzer des Pflegehofes genannt. 1252 ist es dann Alleineigentümer aller Hoheitsrechte in Derdingen. Mitte des 15. Jahrhunderts begründeten Mönche hier ein Klosteramt.

Seit 1534 wird der Hof als Amthof bezeichnet. Bei einem großen Brand ging 1693 die Kelter in Flammen auf, weiter verbrannte der Dachstuhl der Kapelle, ferner das Bandhaus (Küferei), ein neben der Zehntscheune stehendes Heuhaus und mit dem Diebsbodenturm einer der vier Türme im Amthof.

1710 wurde am Amthoftor die Zugbrücke erneuert und statt der Seile Eisenketten angebracht. 1717 erhält der Kirchturm anstelle der zusammengebrochenen welschen Haube, in der sich ein Wachstüblein befand, den heutigen Spitzhelm.

1806 wird das Stabsamt Derdingen aufgelöst. Seit 1808 ist das Amthaus Sitz des Ortsgeistlichen. Noch 1870 ist der Wassergraben um die Amthofmauer teilweise gefüllt. Um 1903 wurde die Amthofmauer beim Hexenturm durchbrochen, um eine zweite Zufahrt in den Amthof zu erhalten.

Zwischen 1984 und 1988 wurde der Amthof in Abstimmung mit der Denkmalpflege saniert. Als Kulturdenkmal von hohem Rang wurde der Amthof unter Denkmalschutz gestellt. Seit dem Umbau der Zehntscheune zum Rathaus und der Sanierung des Amthauses ist der ehemalige klösterliche Wirtschaftshof wieder Mittelpunkt der Gemeinde.

Hier finden Sie den Amthof in Oberderdingen

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