"Kraichgau, wo liegt denn das?" - wird sich der eine oder andere fragen. Nun, grob gesagt, zwischen Neckar und Rhein, zwischen Karlsruhe, Heidelberg und Heilbronn. Man nennt es auch das Land der tausend Hügel oder die "badische Toskana".
Der Reformator David Chytraeus beschrieb seine Kraichgauheimat als "lieblichen Garten, der dem Beschauer Genuß bereitet".
Diese Aussage hat auch heute noch Bestand.
Die Faszination des Kraichgaus ergibt sich aus der einzigartigen Kombination aus sanften Hügeln, kleinen, reizvollen Ortschaften, urigen Besenwirtschaften, üppigen Weinbergen, grünen Streuobstwiesen, geheimnisvollen Hohlwegen und den freundlichen Menschen.
Lernen Sie den Kraichgau genauer kennen:
|
rombach • Letzenberg bei Malsch
|
Die Geografie
Der rund 1.600 km2 große Kraichgau ist eine Hügellandschaft im Nordwesten Baden-Württembergs. Er wird nördlich begrenzt vom Odenwald, südlich vom Schwarzwald und westlich von der Oberrheinischen Tiefebene. Das Gebiet des Kraichgaus erstreckt sich auf Teile der Landkreise Karlsruhe, Heilbronn, Enzkreis, Rhein-Neckar-Kreis und Neckar-Odenwald-Kreis.
Die bedeutendsten Fließgewässer in dieser Landschaft sind der Kraichbach, der bei Sternenfels im Enzkreis entspringt, dann in Richtung Nordwesten fließt und bei Ketsch in den Rhein mündet, sowie die Elsenz, welche bei am gleichnamigen Ort entspringt und bei Neckargemünd in den Neckar mündet. Weitere wichtige Gewässer sind im westlichen Teil Pfinz, Saalbach und Leimbach, im Osten Lein und Schwarzbach.
Die höchste Erhebung im Kraichgau ist der Burgberg der Burg Steinsberg (333 m ü. NN) bei Sinsheim-Weiler, der Bergfried der Burg wird auch als „Kompass des Kraichgaus“ bezeichnet. Als eine der markantesten Kirchen des nördlichen Kraichgau gilt die katholische Pfarrkirche Unserer lieben Frau in Waibstadt, deren 65 m hoher Turm weithin sichtbar ist und die als „Dom des Kraichgau“ bezeichnet wird.
Die wichtigsten Städte des Kraichgaus sind Bretten, Bruchsal, Eppingen, Sinsheim und Wiesloch. Besonders zu erwähnen sind Bad Schönborn und Bad Rappenau mit ihren Kurzentren und Maulbronn mit seinem Kloster aus dem 11. Jahrhundert (Weltkulturerbe).
Der Kraichgau zählt zu den Kornkammern Süddeutschlands. Auch Obst- und Weinanbau sind weit verbreitet. Wichtige Weinbaugemeinden sind Malsch und Kürnbach.
Woher stammt der Name "Kraichgau"?
Die Bezeichnung Kraichgau für das heutige Gesamtgebiet ist neuzeitlichen Ursprungs. Ursprünglich beschränkte sich der Name auf den Teil des Kraichgaues, der zum Einzugsgebiet des Kraichbaches gehörte, teilweise auch auf Orte an Waldangelbach und Saalbach. Die übrigen Gebiete gehörten zum Elsenzgau, dem Pfinzgau oder dem Gartachgau. Orte im Gebiet des Leimbaches wurden zum Lobdengau gerechnet, für das Einzugsgebiet des Saalbaches wurde auch der Begriff Salzgau verwendet.
Im Frühmittelalter wird im Lorscher Codex der, damals noch kleinere, Kraichgau zum ersten Mal urkundlich als Creichgowe (769), später auch als Chrehgauui (773) oder Craichgoia (778), erwähnt. Eine wesentlich spätere Namensform ist Kreuchgau (1594).
Der Name Kraich geht vermutlich auf das keltische Wort Creuch für Schlamm und Lehm zurück. Der Begriff Gau bezeichnet ein offenes waldfreies Gebiet bzw. Ackerland. _
Weiterführende Links
verlag regionalkultur
Wikipedia
|